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Kalte Nahwärme für das Neubaugebiet „Bachtobel“ in Kressbronn a.B.

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Projekt

Auftraggeber:

Gemeinde Kressbronn a.B.

WÄRMEBEDARF:
910 MWh/a

Anschrift / Lage:
Kressbronn a.B. (Baden-Württemberg)

STROMBEDARF:
580 MWh/a

OBJEKT

Kressbronn am Bodensee gehört mit ca. 8.800 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den mittelgroßen Gemeinden im Bodenseekreis. Die baden-württembergische Gemeinde zeichnet sich besonders durch ihre herrliche Lage am nördlichen Ufer des Bodensees, ihr vielfältiges, für Erholungszwecke besonders gut geeignetes Hinterland sowie ihre großartige Veranstaltungs- und Vereinskultur aus.

Die Gemeinde Kressbronn errichtete mit dem Neubaugebiet „Bachtobel“ ein Quartier mit einer zukunftsweisenden und auf erneuerbaren Energien beruhenden Energieversorgung über ein kaltes Nahwärmenetz. Über dieses Energieversorgungskonzept mit Pilotcharakter werden die dort errichteten Gebäude versorgt. Im Quartier entstanden Bauplätze für Familien, aber auch eine große Anzahl an neuen Mietwohnungen. Das Baugebiet ist auf-geteilt in Wohnbaufläche und Gemeinbedarfsnutzung. Auf der Wohnbaufläche entstanden Bauplätze und genossenschaftliche Mietwohnungen. Auf der Gemeinbedarfsfläche sind der Neubau eines Feuerwehrhauses, eine Kinderbetreuungseinrichtung mit Gemeindearchiv und Mietwohnungen, ein Ärztehaus sowie kommunale Mietwohngebäude geplant. Nach der Fertigstellung wird das Neubaugebiet insgesamt aus 44 Gebäuden bestehen.

Versorgungskonzept:

Ziel der Gemeinde Kressbronn ist es, eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung voranzutreiben, die möglichst umweltschonend neuen Wohnungsraum schafft. Dabei sollen die neu entstehenden Wohn- und Gewerbegebäude möglichst klimaschonend und vor allem CO2-neutral mit Energie in Form von Wärme, Kälte und elektrischem Strom versorgt werden.

Das Energiekonzept für das Neubaugebiet „Bachtobel“, welches von der Terra Consulting GmbH entwickelt wurde, sieht die Nutzung regenerativer, lokal verfügbarer Energiequellen vor.

Wärme

Die wärmeseitige Versorgung des Neubaugebiets erfolgt über eine zentral erschlossene Erdwärmequelle, ein Nahwärmeverteilnetz und eine Brauch- und Trinkwassererwärmung mittels dezentraler Wärmepumpen in den Gebäuden.

Über Erdwärmefelder mit insgesamt 84 Sonden im Boden wird dem Erdreich Wärme entzogen. Diese wird über ein so genanntes kaltes Nahwärmenetz zu den Abnehmern bzw. Gebäuden transportiert. An den Abnahmestellen befinden sich Wärmepumpen, welche das Temperaturniveau der zur Verfügung gestellten Wärme entsprechend der Erfordernisse der Verbraucher anheben.

Elektrischer Strom

Auf den begrünten Dächern der Gebäude werden PV-Anlagen errichtet. Der darüber produzierte Strom soll zum Betrieb des Wärmeverteilnetzes sowie der Wärmepumpen genutzt werden und auch den Bewohnern im Rahmen eines Mieterstromkonzepts zur Verfügung gestellt werden. Durch den Aufbau eines Arealstrom-netzes und einen zentralen Batteriespeicher wird der im Quartier erzeugte PV-Strom optimal verteilt und genutzt.

Kälte / Klimatisierung und Regeneration

Im Sommer wird das vergleichsweise niedrige Temperaturniveau des kalten Nahwärmenetzes zur passiven Kühlung bzw. Klimatisierung der Gebäude genutzt werden. Dabei dient die in das Netz eingespeiste Wärme während der Kühlung zur Regeneration des Sondenfeldes in den Sommermonaten. Dadurch steht im Winter mehr Wärmeeenergie zur Verfügung.

Leistungen:

Erstellung einer Machbarkeitsstudie (BEW-Förderung)

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze 4.0 Modul I (BEW) wurde eine Machbarkeits-studie für die zukünftige Energieversorgung eines Quartiers erstellt. Ausgangspunkt war eine umfassende Bedarfs- und Potenzialanalyse, auf deren Grundlage ein Grobkonzept für die zukünftige Energieversorgung entwickelt wurde. Anschließend wurden verschiedene Versorgungsvarianten technisch und wirtschaftlich miteinander verglichen. Das favorisierte Konzept wurde anschließend weiterentwickelt und durch entspre-chende technische Planungen konkretisiert. Ergänzend erfolgte eine abschließende Bewertung der Wirt-schaftlichkeit und der umwelttechnischen Auswirkungen.

Durchführung einer Contracting-Ausschreibung nach KonzVgV

Für die Umsetzung des im Rahmen der Machbarkeitsstudie entwickelten Energieversorgungskonzepts entschied sich die Gemeinde Kressbronn a.B. für die Vergabe an einen erfahrenen Energiedienstleister. Im Zuge eines langfristigen Contracting-Modells übernahm dieser die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Energieerzeugungsanlagen sowie die Versorgung des Quartiers mit Energie in Form von Wärme und Strom. Wir führten das Vergabeverfahren gemeinsam mit der Gemeinde Kressbronn a.B. sowie RA Matthias Weise und RA Alfred Bauer nach der Konzessionsvergabeverordnung (KonzVgV) durch. Ziel war es, einen leistungsfähigen und zuverlässigen  Partner für die langfristige Umsetzung des Versorgungskonzepts zu gewinnen. Mit der iQ-Gesellschaft für integrierte Quartierslösungen mbH konnte ein geeigneter Umsetzungspartner gefunden werden.

Projektsteuerung und Begleitung der Umsetzung

Unsere Unterstützung endet nicht mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie oder dem Abschluß des Ver-gabeverfahrens. Terra Consulting begleitet die Gemeinde Kressbronn a. B. sowie die iQ-Gesellschaft für integrierte Quartierslösungen mbH auch bei der weiterführenden Umsetzung der geplanten Maßnahmen. In gemeinsamen Abstimmungsrunden und bei Vor-Ort-Terminen wurden die wesentlichen Projektmeilensteine begleitet, offene Fragestellungen geklärt und die nächsten Umsetzungsschritte abgestimmt. So entstand eine durchgängige Begleitung von der ersten Analyse über die Entwicklung und Vergabe des Versorgungs-konzepts bis hin zur praktischen Umsetzung.

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